elle me regarde

3-Kanal-Videoinstallation, 7 min, mit Ton, 2013

 

Videostills

 

Es ist Nacht. Es sind Einblicke in beleuchtete Fenster zu sehen. Zwischen den einzelnen Videos ist eine Off-Stimme zu hören, die flüsternd von einem Mann erzählt. Das letzte Videobild zeigt eine Fassadenansicht eines Hauses bei Tag. Im Innern des Hauses herrscht leere Dunkelheit. Die Videos werden nacheinander auf drei Wände projiziert.

Und wieder einmal geht er durch die Strassen
so wie jede Nacht
wendet er sich ab von den Träumen
die er fürchtet
wenn sie sich in der Dunkelheit verlieren.
Und den Fenstern zu
die Einblicke gewähren
sucht er sich
in seinem dunklen Anzug
der keine Geräusche von sich gibt
wenn er sich bewegt.

Langsam geht er an der kalten Stadtmauer entlang.
Gestreift vom Wind
der einen Hauch von verbranntem Holz mit sich trägt.
Der Gedanke von Wärme aufsteigend
absteigend vor der Treppe
hält er inne.
Seine Finger berühren suchend das dicht gewachsene Moos auf der Mauer.
Er tastet sich heran
weich und feucht
sein Atem wird tiefer.

Leise steigt er die Treppe hinab.
Stolpernd beisst er sich auf die Zunge.
Der Geschmack von Blut
daneben der tropfende Stadtbrunnen.
Vorbei
gelockt von den Stimmen
die aus den Häusern dringen
schreitet er den Fenstern entgegen.
Das Geräusch von sich schliessenden Jalousien.
Einblicke ohne Einsichten.